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Selbst wenn in der Wirtschaft die Zeichen einmal auf Wachstum stehen, sollten Sie nicht erwarten, dass Ihnen Ihr Chef von sich aus, allein aufgrund einer verbesserten Lage, eine Gehaltserhöhung anbietet. Die früher üblichen, automatischen Gehaltserhöhungen bei wirtschaftlichen Erfolgen im Unternehmen gehören der Vergangenheit an - vor allem für diejenigen, die derzeit keine verantwortungsvolle Führungsposition innehaben.
Für Ihr Gehalt lautet das Motto also: Nehmen Sie die Sache selbst in die Hand! Zugegeben, Gehaltsverhandlungen kosten zunächst etwas Überwindung. Eine gute Vorbereitung auf die Gehaltsgespräche (Coaching zu Gehaltsverhandlungen) ist hier entscheidend für den Erfolg. Die Entwicklung einer Strategie hilft Ihnen im Gehaltspoker, diese Hürde zu nehmen und selbstbewusst eine Bezahlung zu vereinbaren, die Ihren Leistungen entspricht. Denn wer viel leistet, hat auch eine angemessene Entlohnung im wahrsten Sinn des Wortes "verdient".
Gehaltsverhandlungen haben die besten Aussichten auf Erfolg, wenn Sie Ihr Anliegen Ihrem Vorgesetzten umfassend und überzeugend darlegen. Das erfordert eine genaue Sondierung im Vorfeld. Eine Gehaltsanalyse über die üblichen Gehälter in der Branche, eine präzise Einschätzung der eigenen Arbeitsleistung und eine daraus resultierende realistische finanzielle Forderung stellen die Weichen. Präsentieren Sie Ihrem Chef diese Eckdaten schlüssig, rückt der erfolgreiche Abschluss einer Gehaltsverhandlung in greifbare Nähe.
Forderungen nach mehr Gehalt werden nur selten sofort akzeptiert. Deshalb muss das vorbereitete Repertoire an Argumenten die Forderung in Gehaltsverhandlungen schlüssig untermauern. Bei der Strategie im Gehaltsgespräch lautet die oberste Devise: Argumentationsgrundlage ist immer und ausschließlich die eigene Leistung.
Hingegen gehört die Darlegung der persönlichen Situation keinesfalls in Gehaltsverhandlungen. Die Themen Schulden, Unterhaltszahlungen oder Finanzierung eines gehobenen Lebensstandards sind tabu. Auch Argumente wie: "Wenn mich meine Familie schon so selten sieht, möchte ich ihr wenigstens etwas bieten", sind unbedingt zu vermeiden.
Der Fokus ist stattdessen sowohl auf die aktuellen als auch auf die künftigen Aufgabenbereiche zu richten. Folgende Fragestellungen sind hilfreich:
Die Argumente, die mit echter innerer Überzeugung vorgetragen werden, wirken übrigens am stärksten. Das strahlt in Gehaltsverhandlungen Souveränität und vor allem Authentizität aus, auch wenn der Chef oder Personalverantwortliche der Argumentation nicht sofort folgt. Vollkommen untauglich sind natürlich Drohungen ("Entweder Sie zahlen oder ich gehe!"). Auch Vergleiche ("Im Unternehmen XY wird für das Gleiche 20% mehr bezahlt...") vermeidet der Verhandlungsprofi aus dem gleichen guten Grund.
Die erfolgreiche Umsetzung der Verhandlungsstrategie steht und fällt auch mit dem richtigen Zeitpunkt für das Gehaltsgespräch. In Zeiten akuter wirtschaftlicher Nöte im Unternehmen kann eine Forderung nach mehr Gehalt schnell als Ignoranz oder Eigennutz ausgelegt werden. Hier empfiehlt es sich, noch etwas Geduld zu bewahren.
Befindet sich Ihr Chef gerade in wichtigen Verhandlungen mit einem potenziellen Großkunden, wird er dem Gehaltsgespräch möglicherweise nicht die nötige Aufmerksamkeit schenken. Erfolg versprechend ist dagegen der Zeitpunkt, zu dem diese Verhandlungen bereits positiv abgeschlossen sind. Am günstigsten ist ein Tag, an dem keine weiteren wichtigen Termine anstehen.
Auch der Zeitpunkt der Bitte um einen Termin sollte gut gewählt sein – weder zwischen Tür und Angel noch auf der Betriebsfeier, sondern eher bei einer vorbereiteten, ruhigen Begegnung, am besten ganz offiziell nach Anmeldung über die Sekretärin. Die Sekretärin ist in diesem Fall eine wichtige "Komplizin". Sie kennt den Terminplan des Chefs in der Regel besser als er selbst.
Bei der direkten Terminabsprache mit dem Chef ist die Formulierung "Ich hätte gern ein Feedbackgespräch" oder "Ich würde mich gern mit Ihnen über meine künftige Entwicklung innerhalb der Firma unterhalten", am unaufdringlichsten.
Können Sie einleitend über positive Veränderungen im eigenen Arbeitsumfeld berichten z.B. über die erfolgreiche Abwicklung eines Projekts, einen lukrativen Vertragsabschluss oder den geplanten Ausbau des Aufgabengebietes – umso besser.
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