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Beim Zuhörer ankommen
Thema: Präsentation
Beim Zuhörer ankommen
Präsentationstechniken
Grundsätzlich geht es bei einer Präsentation um die Kommunikation von Botschaften. Diese Übermittlung funktioniert nach dem Sender-Empfänger-Modell. Dabei ist der Redner der Sender, der seine Botschaften verschlüsselt, also angemessen formuliert.
Eine Botschaft erfüllt ihren Zweck, wenn sie vier Aspekte enthält:
- die Sache selbst
- einen Appell an die Zuhörer
- die Beziehungsebene zu den Zuhörern
- und das Selbst, die eigene Beteiligung
Für jede dieser Ebenen muss eine spezielle Ausdrucksform gewählt werden, die der Zuhörer problemlos entschlüsseln und eindeutig interpretieren kann. Zudem muss der Sender sofort das Interesse der Zuhörer wecken und deren Aufmerksamkeit über die gesamte Zeit des Vortrags wach halten.
Eine Botschaft ist laut Kommunikationsforschung ein Zusammenspiel von verbalen, vokalen und nonverbalen Hinweisen. Die Verteilung dieser Komponenten ist überraschenderweise sehr ungleichgewichtig. Die Botschaft besteht:
- nur zu 7% aus verbalen Hinweisen, dem Wortinhalt
- zu 38 % aus vokalen Hinweisen, der Stimmlage und stimmlichen Modulationen
- zu 55 % aus nonverbalen, körpersprachlichen Hinweisen
Eine Botschaft, die verstanden wird, basiert also zu einem Großteil auf einem überzeugenden Einsatz von Stimme und Körpersprache. Denn die überzeugendsten Argumente verpuffen, wenn ihre Darlegung die Zuhörerschaft nicht optimal erreicht.
Präsentationstechnik: Rhetorische Kniffe
Erst die richtige "Verpackung" von Argumenten sorgt dafür, dass sie ihre Wirkung voll
entfalten und im Gedächtnis haften bleiben. Die Rhetorik, die Kunst, eine Rede interessant und
abwechslungsreich zu gestalten, hält einige Kniffe parat. Dazu gehören:
- Rhetorische Frage, die keine Antwort erwartet, weil sie auf der Hand liegt ("Wollen wir es
nicht alle einfacher haben?")
- Vergleich ("An diesem Lack perlt das Wasser ab wie ein Tautropfen an einem
Blütenblatt")
- Metapher (die Übertragung eines Begriffs in einen anderen Bereich, der damit eigentlich nichts
zu tun hat – z. B. "Der jetzige Finanzplan ist ein Fass ohne Boden" steht für
"Verschwendung und Uferlosigkeit")
- Hyperbel (ein übertreibender Ausdruck wie "Er hatte die Größe Goliaths")
- Antithese (die Bildung eines Gegensatzpaares, z. B. "wie Feuer und Wasser")
- Anapher (eine kontinuierliche Steigerung, z. B. "Sie kamen nicht etwa nach einigen Minuten,
nach einigen Stunden, nein, sie kamen erst nach Tagen, um uns zu helfen.")
- Trikolon (eine Reihung mit drei Gliedern, z. B. "Spiel, Satz und Sieg.")
- Klimax ("Am Anfang nur ein Geistesblitz, wurde es zur zündenden Idee, die heute eine ganze
Branche in flammende Begeisterung versetzt.")
- Anekdoten, Dialekte, Zitate, Vergleiche mit Alltagssituationen. Kleine Einsprengsel, die für
Heiterkeit sorgen, verhindern Langeweile und motivieren das Publikum zum aufmerksamen Zuhören. Die
unerwartete Ablenkung fördert die weitere Konzentration und trägt dazu bei, die Fakten des Vortrags
besser im Gedächtnis zu behalten.
Grundsätzlich besticht eine gute Rede durch kurze Sätze. Verwenden Sie viele Verben und
veranschaulichende Beispiele. Vermeiden Sie hingegen den übermäßigen Gebrauch von Abkürzungen und –
eventuell unbekannten – Fach- und Fremdwörtern. Besonders "ansprechend" wirkt die spontane
Rede ohne Manuskript. Das vermittelt Souveränität, Fachkompetenz und eröffnet Ihnen die Möglichkeit,
besser auf Reaktionen der Zuhörer einzugehen.
Präsentationstechnik: Die Stimme einsetzen
Das Sprechtempo, die Stimmlage, die Lautstärke und die Modulationsfähigkeit der Stimme besitzen
eine entscheidende Wirkung auf die Zuhörer. Nutzen Sie deshalb Ihre Stimme als Instrument – und
erproben Sie dessen Wirkung im Vorfeld.
- Trainieren Sie Ihre Atmung. Die Grundvoraussetzung eines guten "Stimmsitzes"
ist die Bauchatmung. Diese Atmung können Sie durch alle Arten von Sport trainieren.
- Nehmen Sie Ihre Sprechweise auf Band auf. Ein angemessenes Sprechtempo, das Ruhe und
Souveränität vermittelt, lässt sich am besten mit Hilfe einer Bandaufnahme ermitteln. Ein guter
Richtwert sind ca. zwei Worte innerhalb von zwei bis vier Sekunden. Das eigene, rein subjektive
Empfinden des Redners, etwas zu langsam zu sprechen, ist für den Zuhörer meist genau das richtige
Tempo. Außerdem kennt er ja im Gegensatz zum Redner die Fakten nicht und ist dankbar für die
Möglichkeit, das Gehörte zu verarbeiten.
- Modulieren Sie Ihren Sprachfluss. Durch die stimmliche Modulation können Sie Ihren
Vortrag auch auf der Wahrnehmungs-Ebene gliedern. Um Fakten einprägsam zu vermitteln und den Zuhörer
nicht zu überfordern, empfiehlt es sich, bei jedem Satzzeichen eine Pause zu machen. Eine kurze
Markierung an den entsprechenden Stellen des Manuskripts erinnert Sie während des Vortrages daran.
Das Gleiche gilt für Absätze und für jeden neuen Gedanken. Das Senken der Stimme, das
"Sprechen auf den Punkt" signalisiert das Ende von Sätzen oder Gedankengängen. Wichtige
Punkte können Sie durch stimmliche Betonungen hervorheben, achten Sie jedoch darauf, dass Sie diese
Betonungen keinesfalls übertreiben. Bauen Sie zudem Pausen ein. Diese bieten dem Zuhörer
Gelegenheit, das Gehörte zu rekapitulieren.
- Als kurzfristige Maßnahme empfiehlt es sich, vor der Präsentation ausreichend Wasser zu
trinken. Ein Lächeln kurz vor dem "Auftritt" löst Verkrampfungen der Gesichtsmuskulatur.
Automatisch wird die Stimme weicher und angenehmer. Außerdem weckt ein Lächeln die Sympathien der
Zuhörerschaft.
Präsentationstechnik: Mit Körpersprache verstärken
Der Einsatz von Körpersprache kann die Wirkung des Gesagten wesentlich unterstützen, sie aber
auch zerstören. Den Blick abzuwenden, die Arme zu verschränken, oder gar dem Publikum den Rücken
zuzudrehen, sind absolute Tabus. Auch eine übertriebene Mimik und Gestik sind zu vermeiden. Das
wirkt unsouverän und lenkt unnötig vom Inhalt ab. Folgende Grundregeln sorgen indessen für eine
positive und sympathische Ausstrahlung:
- eine freundliche Mimik (z. B. ein gewinnendes Lächeln)
- ein sicherer Stand (die Beine etwa hüftbreit auseinander, ohne sie zu überkreuzen)
- eine aufrechte Haltung
- Zugewandtheit zum Publikum
- gelegentliche Standortwechsel
- dynamische Gesten mit fließenden Bewegungen, ohne allzu raumgreifend zu sein
Schauen Sie zu Beginn des Vortrages einige Sekunden wortlos ins Publikum. Das lenkt die
Aufmerksamkeit auf Sie, erhöht die Spannung und schafft die Ruhe und Konzentration. Wenn möglich,
sollte Ihr Redemanuskript auf kleinen Zetteln stehen. Legen Sie es auf das Rednerpult, um die Hände
frei zu haben.
Beachten Sie auch, dass die Präsentation erst zu Ende ist, wenn alle Teilnehmer den Raum
verlassen haben. Bis dahin sind Sie Gegenstand des allgemeinen Interesses. Deswegen sollten Sie eine
gewisse Körperspannung aufrecht erhalten, um authentisch und glaubwürdig zu bleiben.
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