|
|
|
Sie nutzen die personalisierte iGoogle-Startseite? Dann platzieren Sie
unsere täglichen
Karrierenachrichten komfortabel auf Ihrer iGoogle-Startseite:

Um die Chancengleichheit unter den Bewerbern zu wahren werden ab dem Herbst fünf Großunternehmen nur noch anonyme Bewerbungen entgegennehmen. Allerdings ist das Projekt nicht ganz unumstritten.
Frankreich hat es vorgemacht und ab Herbst werden auch in Deutschland fünf Unternehmen und das Bundesfamilienministerium die anonyme Bewerbung testen. Wie Sueddeutsche.de berichtet, werden dann die Deutsche Telekom, die Deutsche Post, L"Oréal, Procter & Gamble sowie der Geschenkedienstleister Mydays in ausgewählten Abteilungen nur noch Bewerbungen ohne Angaben zu Alter, Geschlecht, Herkunft, Familienstand und Adresse berücksichtigen. Dadurch soll vermieden werden, dass Menschen mit ausländisch klingendem Namen oder ältere Bewerber von vornherein aussortiert werden. Ebenso ist bekannt, dass Frauen, die Ihre Kinder in den Bewerbungsunterlagen verschweigen öfter zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden als diejenigen, die ihren Familienstand angeben.
Das Projekt wird während seiner Laufzeit vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) wissenschaftlich begleitet. Von Interesse ist dabei nicht nur gesellschaftspolitische Effekt sondern vor allem auch die wirtschaftlichen Auswirkungen. Denn Firmen, die Ihre Mitarbeiter rein nach Qualifikationen einstellen, haben eine höre Effizienz als Unternehmen, die bewusst oder unbewusst diskriminieren. Wie allerdings das genaue Verfahren der anonymen Bewerbung aussehen soll und in welchen Bereichen sie zum Einsatz kommt ist bislang nicht bekannt. Wichtig ist, dass die gewonnen Erkenntnisse verwertbar sind, um so den Erfolg des Projekts messen zu können. Sehr wahrscheinlich werden aber Online-Formulare zum Einsatz kommen, bei denen die Bewerber zwar ausführlich ihre Qualifikationen beschreiben können, aber eben ohne Foto und Namen. Bewerbungen die in Papierform eingehen und noch dem gängigen Standard genügen, werden aller Wahrscheinlichkeit von einer neutralen Stelle im Haus bereinigt werden. Kritiker argumentieren, dass durch das neue Verfahren die Bemühungen vieler Unternehmen zunichte gemacht werden, Vielfalt in der Belegschaft zu schaffen. Denn dadurch könnten Arbeitgeber eben nicht mehr gezielt Frauen oder Bewerber mit ausländischen Wurzeln zum Vorstellungsgespräch einladen.
Weitere Informationen unter: http://www.sueddeutsche.de/karriere/anonyme-bewerbung-in-der-testphase-nur-augen-fuer-die-qualifikation-1.991974
Verena Schorcht
030 / 2888 570