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Sie haben Ihr ganzes Leben gearbeitet. Über dreißig Jahre Berufserfahrung haben Sie auf dem Buckel und sind lang gedienter Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen. Nur: Den Arbeitsplatz fürs Leben gibt es heute nur noch selten. Und wenn der Stellenabbau einsetzt, sind Arbeitnehmer jenseits der 48-Jahre-Grenze besonders betroffen. Denn: Wer über 48 einen neuen Arbeitsplatz sucht, hat es schwer. Er oder sie sieht sich allerlei Vorurteilen der Personaler ausgesetzt. Und nach 50 erfolglosen Bewerbungen beschleicht so manche und manchen das Gefühl, eben doch zum alten Eisen zu gehören. Nicht einfach, jetzt nicht zu resignieren. Doch mit der richtigen Bewerbungsstrategie lassen sich die Erfolgschancen auch in diesem Alter ein ganzes Stück optimieren.
Häufiger krank, wenig belastbar, unflexibel und einfach zu langsam ... Die Liste der Vorurteile, mit denen Bewerber und Bewerberinnen über 48 zu kämpfen haben, ist endlos. Und kaum eines davon ist wirklich haltbar. Im Gegenteil: Medizinische und soziologische Forschungsergebnisse der letzten Jahre haben deutlich gemacht, dass mit über 50 der Höhepunkt an Leistungsfähigkeit bei einer ganzen Reihe von wichtigen kognitiven und sozialen Fähigkeiten erreicht wird. Dazu gehören das Sprachverständnis, Logik und dank der gemachten Erfahrungen eine gesteigerte soziale Kompetenz.
Im Land der Spätzleesser und Häuslebauer weiß man es schon lange: Erst ab 40 wird der Schwabe schlau. Eine gewisse Lebenserfahrung gehört einfach dazu. Sie sollten sich von diesem süddeutschen Sprichwort ruhig eine Scheibe abschneiden. Denn Ihr wichtigstes Kapital ist Ihre jahrelange Berufserfahrung. Also stellen Sie Ihr Licht nicht länger unter den Scheffel und wuchern Sie mit Ihren Pfunden. Das heißt: Präsentieren Sie im Bewerbungsverfahren Ihren potentiellen Arbeitgebern selbstbewusst Ihre bisher verbuchten Erfolge. Zeigen Sie auf, was gerade aufgrund Ihrer langen Berufserfahrung Ihre besondere fachlichen und persönlichen Stärken sind.
Sicherlich: Bestimmte Abstriche werden Sie unter Umständen beim neuen Job in Kauf nehmen müssen. Das gilt besonders für Verdienst und Position. Wer jetzt glaubt, neben dem neuen Job auch nach einer Aufstiegsmöglichkeit suchen zu müssen, legt sich selbst Steine in den Weg. Ihr Ziel sollte es viel eher sein, eine befriedigende Tätigkeit zu finden. Auch wer beim neuen Chef auf Prämien und besondere Vergünstigungen des Ex-Arbeitgebers pocht, macht sich das Leben unnötig schwer. Überlegen Sie vorab genau, wo Ihre Schmerzgrenze in Sachen Gehalt liegt. Nicht zuletzt heißt ein gängiges Vorurteil gegenüber Bewerbern ab 48, sie seien zu teuer. Verpassen Sie nicht, durch eine geeignete Weiterbildung das Argument, Sie seien nicht mehr auf der Höhe der Zeit, zu entkräften. Selbstverständlich können Sie die Zeit der Fortbildung auch nutzen, um über den Weiterbildungsträger eventuell neue Kontakte mit Unternehmen zu knüpfen. Ist es Ihnen vielleicht sogar möglich, einen Ortswechsel vorzunehmen? Das erhöht Ihre Chance ernorm und beweist jedem Arbeitgeber: Sie sind - ganz im Gegensatz zum gängigen Vorurteil - sehr flexibel.
Seit Wochen gehört der Anzeigenteil der lokalen und überregionalen Zeitungen zu Ihrer Samstagslektüre? Und das ganz ohne Erfolg? Kein Grund, um in tiefe Depressionen zu verfallen. Nur circa 30 Prozent aller Stellen in deutschen Unternehmen werden per Zeitungsannonce besetzt. Das heißt, Sie werden mit dieser Strategie alleine nicht auskommen. Das Internet ist Ihnen ein Mysterium? Das können Sie rasch ändern. "Surfen" lässt sich nämlich erstaunlich leicht lernen und ist unentbehrlich bei der Recherche nach geeigneten Stellenangeboten im Internet, aber auch geeigneten Unternehmen für Ihre Initiativbewerbung. Und auf die sollten Sie nicht verzichten. Denn Eigeninitiative gehört auf jeden Fall zu der Suche nach dem geeigneten neuen Job. Auch die Möglichkeit eines Stellengesuchs in einem passenden Print- oder Online-Medium sollten Sie nicht außer Acht lassen. Und vergessen Sie eines nicht: Präsentieren Sie immer Ihre besonderen Stärken, die Sie sich aufgrund Ihrer langen Berufslaufbahn aneignen konnten.
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