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Die Weihnachtszeit ist eine Zeit der Rituale. Eines davon ist die alljährliche Weihnachtsfeier im Büro. Ein Anlass, um mal so richtig auf den Putz zu hauen, freut sich Hannes P*. Immerhin hat der Neuzugang der Abteilung Wirtschaftsprüfung die ersten sechs Monate über mehr als fleißig gearbeitet und konnte schon erste gute Ergebnisse erzielen. Jetzt ist es also an der Zeit, sich von der launigen Seite zu zeigen und ein paar Kontakte zu knüpfen, denkt er sich. Zwar gehört er eher zu den Schüchternen, aber mit ein bisschen Alkohol kann er auch ganz anders!
Bei einer derartigen Denkweise klingeln beim Karriereexperten Jürgen Hesse vom Büro für Berufsstrategie sofort die Alarmglocken: "Häufig werden auf Weihnachtsfeiern oder ähnlichen Anlässen - aus Unwissenheit oder Feierlaune - grundlegende Verhaltensregeln gebrochen, die fatale Folgen haben können." Wenn die Atmosphäre auf der Feier auch noch so locker und gelöst zu sein scheint, bewegen Sie sich immer noch unter Kollegen, mit denen Sie ein, zwei Tage später wieder zusammenarbeiten müssen, von denen Sie Aufgaben bekommen oder denen Sie welche erteilen. Und nur weil Sie sich in einer anderen Umgebung und unter anderen Umständen begegnen, heißt das nicht, dass Sie sich gehen lassen dürfen. Denn letztlich sind Weihnachtsfeiern immer noch "geschäftliche" Anlässe.
Zur größten Stolperfalle bei diesen Gelegenheiten wird oftmals der übermäßige Alkoholkonsum. Fallen die ersten Hemmungen, kann es schnell peinlich werden. Möglicherweise sagen Sie dann Dinge, die Sie hinterher bereuen werden. Oder Ihre Imitation von Horst Schlemmer macht Sie zur Hauptfigur einer peinlichen Anekdote, die noch Jahre später im Unternehmen kursieren wird. Halten Sie sich mit dem Alkohol also lieber etwas zurück. Geselliges Mittrinken - ja; sich gehen lassen oder gar hemmungslos betrinken - nein.
Vornehme Zurückhaltung gilt im Übrigen auch fürs Büffet. Überladene Teller und hastiges Hinunterschlingen machen Sie nur zur Zielscheibe böser Bemerkungen und zerstören jeden Eindruck von Souveränität.
Wenn Ihnen der Alkohol nicht die Sinne vernebelt, bleiben Sie auf der Feier bis zum Schluss in der Lage eine lohnende Gesprächsgelegenheit auch zu ergreifen und sich als angenehmer Gesprächspartner zu erweisen, der dem Gegenüber positiv im Gedächtnis bleibt. Denn solche Feste sind eine gute Gelegenheit, die Kollegen und Chefs auch mal von der persönlichen Seite kennenzulernen. So manche Freundschaft wurde schon auf einer Weihnachtsfeier besiegelt - doch mindestens ebenso viele sind nur von kurzer Dauer. Hier gilt es, das richtige Maß zu finden. Seien Sie nicht zu reserviert, denn schließlich befinden Sie sich auf einer Feier, passen Sie aber auf, dass Sie gewisse Grenzen und Distanzen einhalten. Drängen Sie sich Ihren Gesprächspartnern nicht auf und bieten Sie nicht jedem gleich das Du an. Fangen Sie auch auf keinen Fall an zu lästern - weder über andere Kollegen noch über den Chef! Das kann schnell nach hinten losgehen.
Angesichts solcher Regeln, fragen sich einige vielleicht, ob Sie die Feier dann nicht lieber gleich ganz meiden sollten. Hesse zufolge wäre das aber ein Fehler: "Nutzen Sie die Weihnachtsfeier als Karrierechance." Denn, wem es gelingt, einen guten Auftritt hinzulegen und sich im Umgang mit Chef und Kollegen souverän zu zeigen, der kann sich eventuell für eine höhere Position empfehlen. In jedem Kontakt nach außen repräsentiert ein Mitarbeiter schließlich seine Firma. Ungehobeltes Verhalten kann daher ein negatives Licht auf das ganze Unternehmen werfen. Versuchen Sie also an diesem Abend einen möglichst positiven und sympathischen Eindruck zu hinterlassen!
Die wichtigsten Etiketteregeln und Benimmstandards für die Weihnachtsfeier und das Verhalten im Arbeitsalltag erfahren Sie in dem vom Büro für Berufsstrategie veranstalteten Training "Umgangsformen". Damit erlangen Sie Sicherheit und Souveränität im eigenen Auftreten und müssen sich auf der Weihnachtsfeier keinen Mut antrinken - so wie Hannes P.
Seminare zum Thema Umgangsformen
* Name von der Redaktion geändert
Alexandra Jabs
030 / 2888 570