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Geringe Arbeitslosenquote

Deutschland liegt im europäischen Vergleich vorn

Der deutsche Arbeitsmarkt entwickelt sich weiterhin positiv – besonders für junge Menschen. Mehr...


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20.01.2010 - Jahreswechsel

Was Sie von 2010 erwarten dürfen!

Berufliche Entwicklung im neuen Jahr

Wie wird 2010? Was wird uns das noch taufrische Jahr bringen? Was planen Sie für Ihre berufliche Entwicklung? Wollen oder sollten Sie Ihren Job wechseln, sich weiterbilden oder stehen die Chancen gut, Ihr Gehalt zu verbessern? Klar: Gerade in diesen Tagen mischen sich positiven Erwartungen auch mit Befürchtungen. Denn die Themen "Krise" und "Arbeitslosigkeit" werden uns auch in den kommenden Monaten begleiten, ob wir nun die Tageszeitung studieren oder Nachrichten schauen.

Dennoch: Die Bundesregierung erwartet einen robusten Arbeitsmarkt. So wird dieses Jahr die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland über 40 Millionen, die der Arbeitslosen unter vier Millionen liegen. Das sagt nach "Spiegel"-Informationen der neue Jahreswirtschaftsbericht, der Ende des Monats veröffentlicht werden soll. Zudem will die Bundesregierung ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum erhöhen. So soll die Wachstumsrate 1,5 Prozent betragen, bisher lag sie bei 1,2 Prozent.

In diese optimistischeren Schätzungen stimmen auch das Institut für Wirtschaftsforschung und das Institut für Weltwirtschaft (IFW) ein: Ersteres rechnet für 2010 ebenfalls mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts - und zwar um 1,9 Prozent, ein Prozent mehr als ursprünglich prognostiziert. Das IFW hat seine Konjunkturerwartungen angehoben und erwartet einen Anstieg um 1,2 Prozent.

Was heißt das für Sie als Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer? Gibt es Kurzarbeit oder steht der Arbeitgeber trotz Krise gut da? Umfragen zeigen, dass sich die Situation für die einzelnen Betriebe bessert. So ist der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands im Dezember erneut gestiegen. Eine aktuelle DIHK-Umfrage belegt, dass längst nicht alle Branchen von der Krise gleich betroffen sind. 17 Prozent der Industriebetriebe und sogar 42 Prozent der Dienstleister sind demnach von der schwierigen Wirtschaftslage nicht beeinträchtigt. Beschäftigungsverluste werden dagegen in der KFZ-Branche und im Maschinenbau erwartet.

Wie steht es konkret um Ihren Arbeitgeber? Nicht überall sieht es so düster aus, wie das allgemeine Stimmungsbild es vermuten lassen würde. Und trotz aller Einschnitte lief das vergangene Jahr an der Börse recht ordentlich und bescherte satte Gewinne. Viele Unternehmen konnten der Krise trotzen und das nicht zuletzt dank Ihrer Mitarbeiter. Dann ist die Zeit reif, sich Ihren Anteil zu sichern und über eine Gehaltsverhandlung nachzudenken. Denn wer Leistung bringt, kann auch jetzt über mehr verlangen. Die Bundesregierung erwartet für das Jahr 2010 eine Effektivlohnentwicklung in Höhe von 0,9 Prozent. Das entspricht einem stärkeren Wachstum als im vergangenen Jahr, weiß das Handelsblatt zu berichten. Klären Sie jedoch vor dem Gespräch mit dem Chef wichtige Fragen: Wie ist Ihr Stand in der Firma? Welche Probleme haben Sie gelöst? Sind Sie mit Ihrer Arbeit zufrieden und ist auch der Chef zufrieden? Was könnte besser werden? Was möchten Sie im neuen Jahr erreichen? Auf diesem Wege können Sie besser erkennen, wie sicher Ihr Arbeitsplatz ist und eine Prognose in eigener Sache wagen.

Doch damit ist es noch nicht getan. Ziehen Sie Konsequenzen aus Ihren Erkenntnissen und handeln Sie entsprechend! Was könnten Sie anders und besser machen, wo gibt es Entwicklungsmöglichkeiten? Arbeitsplatzsicherung hat immer und gerade in schwierigen Zeiten auch mit Weiterbildung zu tun. Warten Sie nicht darauf, bis Ihr Chef Ihnen eine Weiterbildung nahelegt, sondern werden Sie selbst aktiv. Überlegen Sie selbst, was für ein Seminar Ihnen im Beruf von Nutzen sein könnte. Vielleicht hilft Ihnen eine Fortbildung, Arbeitsabläufe zu optimieren? Wenn Sie sich eine Weiterbildung ausgesucht haben, können Sie damit zu Ihrem Chef gehen. Natürlich sollten Sie ihm dann auch gute Gründe für diese Fortbildung nennen und Ihrem Arbeitgeber seinen Vorteil dabei aufzeigen können. Schließlich wollen Sie, dass er sie bezahlt. Zahlt der Chef nicht, stehen Ihnen unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten offen. Beispielsweise fördern Agenturen für Arbeit auch die berufliche Weiterbildung von Beschäftigten. Außerdem hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Bildungsprämie auf 500, € angehoben. Und nicht zuletzt steht Ihnen der gesetzlich verankerte Bildungsurlaub zu.

Wenn eine Weiterbildung für Sie nicht in Frage kommt, gibt es vielleicht andere Strategien, mit denen Sie im neuen Jahr beruflich punkten können, um Ihre Karriere zu fördern oder einfach nur den eigenen Job zu sichern. Jürgen Hesse, Diplom-Psychologe im Büro für Berufsstrategie, empfiehlt: "Nehmen Sie die Dinge selbst in Hand. Fangen Sie an, wie ein Unternehmer zu denken und stellen Sie sich vor, dass der Chef Ihr Kunde ist. " Wer so vorgeht, bekommt ein Gefühl dafür, wie er seinem Vorgesetzten bei der Lösung von Problemen behilflich sein könnte. Und gerade darauf kommt es an, denn der Chef wird so einen Mitarbeiter besonders positiv wahrnehmen.

Apropos positiv wahrnehmen: Vielleicht haben Sie in der Rückschau auf das vergangene Jahr erkannt, dass Sie mit dem einen oder anderen Kollegen erhebliche Schwierigkeiten haben. Daran sollten Sie etwas ändern! Jürgen Hesse rät, Sympathien zu mobilisieren... und das nicht nur beim Chef. Denn nach Expertenschätzungen, so Hesse, haben über 90 Prozent aller gescheiterten Beschäftigungsverhältnisse ihren Grund nicht in fachlichen Defiziten, sondern in zwischenmenschlichen Unstimmigkeiten. Deshalb rät auch Hesse: "Suchen Sie Allianzen. Arbeiten Sie an Ihrer Kommunikationsfähigkeit."

Natürlich gibt es noch viel mehr Möglichkeiten, seine Karriere-Chancen im neuen Jahr zu verbessern. Vielleicht gehören Sie ja zu den Menschen, die sich nicht vorstellen können, im Unternehmen eine gestaltende Rolle zu spielen. Trauen Sie sich etwas zu! Und vergessen Sie nicht, Ihre Leistungen auch ins rechte Licht zu rücken. Und noch noch ein Tipp von Hesse: "Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche! " Denn die Beschäftigung mit lauter Nebensächlichkeiten zieht von wichtigen Aufgaben unnötig Energie ab.


Sandra Peters



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