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Pecunia non olet - Geld stinkt nicht, das wussten schon die alten Römer. Doch was fürs Geld gilt, stimmt nicht im Beruf: Wer schlecht riecht, wird es schwer haben, an ebendieses zu kommen.
Gerüche haben magische Wirkung, und das sowohl positiv als auch negativ. Sie wirken direkt im sogenannten limbischen System, der Schaltzentrale unseres Gehirns und sind dort für die Auslösung von Emotionen verantwortlich. Noch stärker als künstliche Aromen wirken körpereigene Ausdünstungen, die unsichtbare Botschaften transportieren und uns bei der Entscheidung über Sympathie oder Antipathie stark beeinflussen.
Ob Sie Ihr Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch gut "riechen" kann oder nicht, hängt nicht ausschließlich, aber doch zu einem nicht unerheblichen Teil, von den Düften ab, die Sie verströmen. Dass zu einem gepflegten Gesamteindruck auch die entsprechende (gründliche und regelmäßige) Körperhygiene gehört, versteht sich von selbst. Weder leichte noch beißende Schweißgerüche sind tolerierbar. Hochsommer hin oder her - auch wenn Ihnen Ihre Kleidung kaum getragen vorkommt oder beim klassischen Geruchstest noch ok erscheint: Sie gehört besser in die Wäsche als an ihren Körper. Durch Ihre Körperwärme verstärken sich die Schweißpartikel an der Kleidung und Sie riechen "schlecht gewaschen", bevor Sie es selbst bemerken. Das verhindert auch kein nachträglich aufgetragenes Deo oder andere Parfumwölkchen.
Gerade wenn es auf einen guten Eindruck ankommt, kann die richtige Dosis des passenden Duftes von entscheidender Bedeutung sein. Wer jetzt denkt, "viel hilft viel", sollte sich lieber bremsen. Auch wenn sie Ihr Lieblingsparfum noch so sehr mögen, Sie können nicht davon ausgehen, dass Ihr Gesprächspartner das auch tut. Tragen Sie daher eher dezent auf, denn zu viel des Guten kann beim Gegenüber schnell Ablehnung hervorrufen.
Und Alkohol? Wer zum Vorstellungsgespräch mit Alkoholfahne erscheint, hätte auch gleich zu Hause bleiben können. Nichts ist disqualifizierender als nach Bier oder Schnaps zu riechen. Daran wird auch das hastig nachgeschobene Kaugummi kaum etwas ändern, denn im Laufe des Gespräches kann das eine feine Nase noch bemerken. Seien es auch nur Ihre Klamotten, weil Ihnen am Vorabend jemand seinen Drink auf die Hose gekippt hat. Kneipengeruch wird im Berufsleben mit Inkompetenz und Unzuverlässigkeit gleichgesetzt.
Weniger drastisch, jedoch ebenfalls negativ auffallend, sind Essensgerüche, allen voran Knoblauch. Bedenken Sie daher auch am Vortag des Gesprächs, dass gerade Knoblauch noch am nächsten Tag durch alle Poren strömt. Sie können sich sicher bildlich vorstellen, wie der Personaler vor Ihnen fliehen will, wenn Sie, aufgeregt schwitzend, Knoblauchschwaden verströmen. Der Döner mit Knoblauchsoße verbietet sich somit als schneller Imbiss vor dem Interview. Gleiches gilt für den Zwischenstopp an der Pommesbude.
Ebenso unangenehm wie Essensgerüche wirkt Zigarettenrauch. Nichtraucher riechen kalten Zigarettendunst gegen den Wind. Wenn Sie jemandem im Gespräch gegenüber sitzen, geht der Duft vor allem von Ihrer Kleidung, aber auch von Ihren Händen aus. In den meisten Büros gilt ohnehin strenges Rauchverbot. Versuchen Sie also Ihre Nervosität besser durch gute Vorbereitung zu beruhigen, dann können Sie auf die Zigarette davor verzichten. Falls Sie partout nicht davon lassen können, waschen Sie sich vor dem Gespräch unbedingt die Hände und putzen sich die Zähne - kleine Reisesets passen in jedes Jacket. Bei Zeitdruck sind mehrere Pfefferminzbonbons noch eine denkbare Alternative, aber keine wirkliche Empfehlung.
Fazit: Gerüche beeinflussen unsere Gesprächspartner in Bezug auf ihre Einschätzung und unsere Wirkung auf sie. Wer einen guten Eindruck hinterlassen will, muss dafür sorgen, dass er angenehm riecht, um sein Gegenüber positiv zu stimmen.
Patrick Steidle
030 / 2888 570