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Das Fußballereignis des Jahres ist nicht nur eine willkommene Abwechslung in dem wettermäßig bislang sehr wechselhaften Sommer, sondern bietet auch die ideale Gelegenheit, die eigenen Smalltalk-Qualitäten auszuprobieren und gegebenenfalls zu verbessern. Schließlich ist das Thema Fußball bereits in aller Munde und es bedarf nur eines minimalen Anstoßes Ihrerseits, um ein Gespräch darüber in Gang zu kriegen und damit einen guten Draht zu Ihrem Chef, den Kollegen oder Geschäftspartnern zu schaffen.
Das kommt gerade denjenigen zu Gute, für die Smalltalk bislang eher den Schuss ins Aus als eine gelungener Auftakt bedeutete. Die Angst vor Ablehnung, die Scheu, zu viel von sich preiszugeben, sich aufzudrängen oder das Gefühl, nichts Interessantes zu erzählen zu haben, hemmt viele Menschen. Aber gerade um die Abseitsfalle auf einer Party, am ersten Arbeitstag oder bei einem Geschäftsessen zu umgehen, eignet sich die Kunst des lockeren Gesprächs. Smalltalk hat eine rein soziale Funktion – er schafft eine gute Atmosphäre, mobilisiert Sympathien und erleichtert damit den Aufbau von geschäftlichen oder sozialen Beziehungen. Und: Die Fähigkeit zum Smalltalk kann jeder erlernen.
Ein gelungener Small Talk steht und fällt mit dem Einstieg. Oft als oberflächlich verschrien, sind gerade die leichten und unverfänglichen Themen dazu geeignet, eine Situation positiv zu gestalten. Die Standard-Eröffnung wird meist mit einer floskelhaften Frage oder Bemerkungen gepaart mit einem freundlichen Lächeln eingeleitet. Ob im Fahrstuhl oder am Kopierer, mit der Einstiegsfrage: "Haben Sie gestern das Fußballspiel gesehen? Wie hat es Ihnen gefallen? ", kann eigentlich nichts schiefgehen. Wichtig ist dabei nur, dass Sie "offene Fragen" formulieren, damit der andere nicht nur mit einem einfachen "ja" oder „nein“ antworten kann. Denn aus seiner Antwort ergibt sich bereits wieder der Aufhänger für die nächste Frage bzw. Bemerkung. Und schon sind sie mitten im Spiel.
Als Faustregel gilt: Wählen Sie nur Themen, die für Ihr Gegenüber von Interesse sein könnten, denn sonst ist die Langeweile vorprogrammiert. Da bietet sich das Thema WM geradezu an, auf das – spätestens seit der letzten WM in Deutschland – sehr viele positiv zu sprechen sind. Aber natürlich gibt es auch Menschen, die das alles überschattende Ereignis bereits nervt. Wenn nach zwei Sätzen keine oder nur eine abwehrende Reaktion erfolgt, sollten Sie daher lieber das Thema wechseln. Langweilt Sie die Materie Fußball im Grunde selbst, sehen Sie gleich davon ab, sie als Gesprächseinstieg zu wählen. Sonst laufen Sie Gefahr, eine gelbe Karte zu kassieren. Denn auch wenn es zunächst eigentlich nur um oberflächliches Geplänkel geht – wenn Sie schon auf die Gegenfrage, wie Ihnen denn das Tor in der zweiten Hälfte gefallen hat, keine Antwort wissen, haben Sie Ihre Chancen auf ein nettes Gespräch buchstäblich verspielt. Der Smalltalk dient nämlich nicht nur der Auflockerung der Atmosphäre, sondern setzt auch das Signal, dass sich hinter einer kleinen Bemerkung größeres Wissen verbirgt, das bei Interesse gerne vertieft werden kann.
Rote Karten erhalten die Themen Politik, Religion, Geld und private Probleme wie beispielsweise Krankheiten. Außerdem darf auf keinen Fall eine Person diffamiert oder über ein Thema über die Maßen gelästert werden. Nach einer Niederlage der deutschen Mannschaft, empfiehlt es sich z.B. nicht lang und breit über die Schwächen der einzelnen Spieler herzuziehen. Denn wer sich sofort als notorischer Nörgler entpuppt, verliert schnell die Sympathien seines Gegenübers.
Jetzt gilt es, den Ball im Spiel zu halten. Smalltalk selbst ist wie ein Fußballspiel, bei dem Sie und Ihr Partner sich die Bälle gegenseitig locker zuspielen sollten. Ein häufiges Smalltalk-Foul ist dagegen, immer nur von sich selbst zu sprechen. Seien Sie deshalb vor allem ein aktiver Zuhörer. Das bedeutet über die Maßen aufmerksam zu sein, so dass Sie auch Reaktionen und Zwischentöne des Gesprächspartners mitkriegen. Mit einem Nicken, kleinen Einwürfen, kurzen Zusammenfassungen, Verständnis- oder Gegenfragen signalisieren Sie ihm Ihr Interesse und ermuntern ihn, im Gespräch zu bleiben. Lassen Sie ihn in jedem Fall immer ausreden. Auch ernst gemeinte Komplimente oder die Bitte um seinen Ratschlag oder seine Meinung sorgen für ein anregendes Gespräch.
Um einen einmal gewonnenen positiven Eindruck zu halten, ist ein gelungener Abschluss des Small Talks wichtig. Selbst wenn die Unterhaltung nicht richtig in Gang gekommen ist, sollten Sie schon aus reiner Höflichkeit das Spielfeld nicht abrupt verlassen. Danken Sie dem Gegenüber für das Gespräch und geben Sie ihm eine kurze, unverbindliche Erklärung (zur Not auch eine kleine Lüge) für Ihren "Ausstieg" oder „Spielerwechsel“ (wenn Sie beispielsweise einen Bekannten erblickt haben und nun mit ihm sprechen möchten). So bleiben Sie Ihrem Gesprächspartner auf angenehme Weise im Gedächtnis.
Weitere Tipps und Tricks zum Thema Smalltalk können Sie in dem Hesse/Schrader- Ratgeber "Praxisbuch Small Talk" (2007) nachlesen oder in einem unserer Kommunikationsseminare trainieren.
17.06.2010, Alexandra Jabs
Praxisbuch Small Talk
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