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EM 2012 – Anstoß zum Smalltalk

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Tagesaktuelle Nachrichten zu Bewerbung, Beruf und Karriere
22.05.2012 - Smalltalk

EM 2012 – Anstoß zum Smalltalk

Gut trainiert ist halb gewonnen!

Am 08. Juni 2012 geht es los! Das Fußballereignis des Jahres steht vor der Tür und bietet die ideale Gelegenheit, die eigenen Smalltalk-Qualitäten einmal auszuprobieren und gegebenenfalls zu verbessern. Schließlich ist das Thema Fußball bald in aller Munde und es bedarf nur eines minimalen Anstoßes Ihrerseits, um ein Gespräch darüber in Gang zu kriegen und damit einen guten Draht zu Ihren Mitspielern (Chef, Kollegen, Geschäftspartner) zu schaffen.

Das kommt gerade denjenigen zu Gute, für die Smalltalk bislang eher den Schuss ins Aus als ein gelungener Auftakt bedeutete. Die Angst vor Ablehnung, die Scheu, zu viel von sich preiszugeben oder das Gefühl, nichts Interessantes zu erzählen zu haben, hemmt viele Menschen. Aber gerade um die Abseitsfalle auf einer Party, am ersten Arbeitstag oder bei einem Geschäftsessen zu vermeiden, eignet sich die Kunst des lockeren Gesprächs. Ein gelungener Smalltalk hat rein soziale Funktion - er schafft eine gute Atmosphäre, mobilisiert Sympathien und erleichtert damit den Aufbau von geschäftlichen oder sozialen Beziehungen. Das ist von unschätzbarem Wert für Ihren persönlichen und beruflichen Erfolg. Und die gute Nachricht: Die Fähigkeit zum Smalltalk kann jeder erlernen. Also ran an das "kleine Gespräch" - Ihr Einsatz wird sich lohnen.

Der Anpfiff

Ein gelungener Smalltalk steht und fällt mit seinem Einstieg. Oft als oberflächlich verschrien, sind gerade die leichten und unverfänglichen Themen dazu geeignet, eine Situation positiv zu gestalten. Die Standard-Eröffnung wird meist mit einer floskelhaften Frage oder Bemerkungen, gepaart mit einem freundlichen Lächeln, eingeleitet. Ob im Fahrstuhl oder am Kopierer, mit der Einstiegsfrage: "Haben Sie gestern das Fußballspiel gesehen? Wie hat es Ihnen gefallen?", kann eigentlich nichts schiefgehen. Wichtig ist dabei nur, dass Sie "offene Fragen" formulieren, damit der andere nicht nur mit einem einfachen "ja" oder "nein" antworten kann. Denn aus seiner Antwort ergibt sich bereits wieder der Aufhänger für die nächste Frage bzw. Bemerkung. Und schon sind sie mitten im Spiel.

Gelbe und Rote Karten

Als Faustregel gilt: Wählen Sie nur Themen, die für Ihr Gegenüber von Interesse sein könnten, denn sonst ist die Langeweile vorprogrammiert. Da bietet sich das Thema EM geradezu an, auf das - spätestens seit der WM 2006 im eigenen Land - sehr viele positiv zu sprechen sind. Aber natürlich gibt es Menschen, die sich überhaupt nicht für Fußball interessieren. Wenn nach zwei Sätzen keine oder nur eine abwehrende Reaktion erfolgt, sollten Sie daher lieber das Thema wechseln. Langweilt Sie die Materie Fußball im Grunde selbst, sehen Sie gleich davon ab, sie als Gesprächseinstieg zu wählen. Sonst laufen Sie Gefahr, eine gelbe Karte zu kassieren. Denn auch wenn es zunächst eigentlich nur um oberflächliches Geplänkel geht - wenn Sie schon auf die Gegenfrage, welche Chancen Sie der deutschen Mannschaft einräumen, keine Antwort wissen, haben Sie Ihre Chancen auf ein nettes Gespräch buchstäblich verspielt. Der Smalltalk dient nämlich nicht nur der Auflockerung der Atmosphäre, sondern setzt auch das Signal, dass sich hinter einer kleinen Bemerkung größeres Gesprächspotenzial verbirgt.

Rote Karten erhalten die Themen Politik, Religion, Geld und private Probleme sowie Krankheiten. Außerdem darf auf keinen Fall eine Person diffamiert oder über ein Thema über die Maßen gelästert werden. Nach einer Niederlage der deutschen Mannschaft, empfiehlt es sich z.B. nicht lang und breit über die Schwächen der einzelnen Spieler herzuziehen. Denn wer sich sofort als notorischer Nörgler entpuppt, verliert schnell die Sympathien seines Gegenübers.

Den Ball im Spiel halten

Jetzt gilt es, den Ball im Spiel zu halten. Smalltalk selbst ist wie ein Fußballspiel, bei dem Sie und Ihr Partner sich die Bälle gegenseitig locker zuspielen sollten. Ein häufiges Smalltalk-Foul ist dagegen, immer nur von sich selbst zu sprechen. Die einfache Spielregel lautet deshalb: Seien Sie vor allem ein aktiver Zuhörer. Das bedeutet über die Maßen aufmerksam zu sein, so dass Sie auch Reaktionen und Zwischentöne des Gesprächspartners mitkriegen. Mit einem Nicken, kleinen Einwürfen, kurzen Zusammenfassungen, Verständnis- oder Gegenfragen signalisieren Sie ihm Ihr Interesse und ermuntern ihn, im Gespräch zu bleiben. Lassen Sie ihn in jedem Fall immer ausreden. Auch ernst gemeinte Komplimente oder die Bitte um seinen Ratschlag sorgen für einen anhaltenden Spielfluss. Haben Sie beispielsweise keine Ahnung vom Fußball, sind aber an der Meinung Ihres Gegenübers wirklich interessiert, könnte ein weiterführendes Gespräch beispielsweise so aussehen: "Ich selbst kenne mich nicht aus, finde aber finde die Begeisterung für diese Sportart sehr faszinierend. Was denken Sie, warum das Spiel über alle Grenzen hinweg so beliebt ist?" Allerdings benötigen Sie an dieser Stelle ein wenig Fingerspitzengefühl, um zu erkennen, wen Sie mit einer derartigen Frage aus der Reserve locken und bei wem Sie sich damit in den Strafraum stellen.

Torchancen nutzen

Um einen einmal gewonnenen positiven Eindruck zu bewahren, ist ein gelungener Abschluss des Smalltalks wichtig. Selbst wenn die Unterhaltung nicht richtig in Gang gekommen ist, sollten Sie schon aus reiner Höflichkeit das Spielfeld nicht abrupt verlassen. Danken Sie dem Gegenüber für das Gespräch und geben Sie ihm eine kurze, unverbindliche Erklärung (zur Not auch eine kleine Lüge) für Ihren "Ausstieg" oder "Spielerwechsel" (wenn Sie beispielsweise einen Bekannten erblickt haben und nun mit ihm sprechen möchten). So bleiben Sie Ihrem Gesprächspartner auf angenehme Weise im Gedächtnis und können diese gelungene Vorlage an anderer Stelle vielleicht gewinnbringend verwandeln.

Fünf Top-Tipps auf dem Weg zum Smalltalk-Profi

  1. Wer lächelt, erscheint sympathisch.
  2. Gehen Sie auf das Gesagte ein.
  3. Reden Sie nicht zu laut und nicht zu viel.
  4. Schneiden Sie kein Thema an, das Sie nicht interessiert. Langeweile ist ersichtlich.
  5. Bitten Sie andere um Rat und zeigen Sie, dass Ihnen deren Meinung wichtig ist. Dabei lernen Sie nur dazu.

Weitere Tipps und Tricks zum Thema Smalltalk und Gesprächsführung erfahren Sie in einem unserer Kommunikations-Seminare Oder Sie lesen es direkt in dem Hesse/Schrader- Ratgeber Praxisbuch Smalltalk (2010) nach.


Alexandra Jabs



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