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Thema: Motivation


23.09.2020

Neue Motivation für den alten Job

Können wir uns noch einmal neu für unseren alten Job begeistern?

Schauen Sie einmal zurück: Wie lange ist es her, dass Sie sich schon morgens beim Aufstehen auf den neuen Arbeitstag gefreut haben? Deutschlands renommierteste Studie zur Arbeitsplatzqualität des Meinungsforschungsinstituts Gallup zeigt: Gut zwei Drittel und damit die Mehrheit der Beschäftigten hierzulande haben „innerlich gekündigt“ und fühlen sich dem Unternehmen nicht (mehr) emotional verbunden. Das daraus entstandene Gefühl der Frustration schränkt die kritische Auseinandersetzung mit den Ursachen ein und mindert damit die Chance, neue Erkenntnisse zu gewinnen und eventuell auch neue Perspektiven im Job zu entwickeln. Es kommt zu einer Stagnation, die mittelfristig zu einem Arbeitsplatzwechsel (freiwillig oder durch Kündigung seitens des mittlerweile ebenfalls unzufriedenen Arbeitsgebers) führt.

Wie schon oft im Leben, gilt auch hier: Unzufriedenheit (im Job) ist kein Schicksal! Bis zu einem gewissen Teil hat man oder frau es selber in der Hand, wie sich die eigene (berufliche) Situation entwickelt und welche schlummernden Potenziale produktiv und positiv genutzt werden können. Ändern wir unseren Blickwinkel, so können wir unsere realen Chancen viel besser und schneller erkennen und damit Entscheidungen treffen, die unsere Lage tatsächlich verbessern.

Selbstverständlich wird nicht jeder begonnene Arbeitstag ein freudiger Tag voller Erfolge und Anerkennung, mit netten Kollegen-Gesprächen und dankbaren Kunden. Manchmal ist einfach zu viel zu tun, man arbeitet unter Druck, der Krankenstand ist hoch und die Arbeit stapelt sich. Oder die Kolleginnen und Kollegen sind schlecht drauf bzw. der Chef übellaunig. An solchen Tagen fällt es jedem schwer, seine gute Laune nicht zu verlieren und motiviert zu bleiben.

Glaubt man allerdings den Statistiken, so arbeiten die Menschen in Deutschland in besonderem Maße lustlos. Viele Beschäftigte fahren unmotiviert zur Arbeit und empfinden einen geregelten, aber auch eher eintönigen Arbeitsablauf als Stillstand. Wirtschaftliche Krisen, Coronazeiten , die Kürzung von Arbeitsstellen, befristete Verträge sowie Digitalisierung und Globalisierung lösen zusätzlich Verunsicherung bis Angst vor Arbeitslosigkeit aus. Fehlende Entwicklungsperspektiven in der Firma wirken sich genauso schlecht auf die „Arbeitsstimmung“ aus wie ständige Neuerungen, für deren Umsetzung die Zeit zu knapp ist. Aber auch die Überzeugung, zu alt für eine berufliche Veränderung zu sein, kann schleichend an der Arbeitsmotivation nagen.

Bei aller Unzufriedenheit scheuen sich die meisten jedoch eher vor einer beruflichen Veränderung, insbesondere wenn sie nicht mehr ganz am Anfang ihrer Karriere stehen und ins fünfte Lebensjahrzehnt (also 40plus) eingetreten sind. So gestehen sich viele Angestellte den eigenen Arbeitsfrust nicht einmal selbst ein, da sie die daraus entstehenden Konsequenzen - ihr gewohntes, sicheres berufliches Umfeld zu verlassen – lieber nicht riskieren möchten. Im Ergebnis verpassen diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Entwicklungschancen, die eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeitssituation bietet. Deshalb lautet die Devise: Verschließen Sie Ihre Augen nicht vor beruflichem Frust, analysieren Sie die Lage möglichst kühl, evaluieren Sie die Ergebnisse und treffen Sie Ihre Entscheidung. Dazu eine kleine Denkhilfe:

Neue Besen kehren gut

Lenken Sie Ihren Blick auf Ihre aktuelle Situation. Hinterfragen Sie Ihre Sichtweise kritisch und machen Sie eine Bestandsaufnahme. Seien Sie sich dabei bewusst, dass jede Tätigkeit, wie reizvoll diese zu Beginn auch sein mag, sich nach einer gewissen Zeit zur Routine entwickeln wird. Es verhält sich wie in einer Liebesbeziehung: Nach einer anfänglichen Verliebtheit folgt eine Phase der Ernüchterung und der Routine, die Spannung lässt nach, die Schmetterlinge im Bauch verflüchtigen sich. Und in beiden Fällen – Arbeit oder Beziehung – ist man gut beraten, nicht zu schnell aufzugeben. Denn: Mit jeder neuen Beziehung oder Arbeitsstelle wird sich höchstwahrscheinlich dieser Prozess wiederholen, sofern man die Ursachen des Scheitern, an denen man ja auch selber beteiligt ist, nicht erkennt, sich ihnen nicht angemessen intensiv zuwendet und sie gegebenenfalls beseitigt. Neue Besen kehren gut. Aber die alten kennen alle Ecken.

Selbst der absolute Traumjob kann nach einer vielleicht etwas längeren Phase der Euphorie an Reiz verlieren, wenn im Laufe der Zeit sich Ihre Werte, Interessen und Lebensverhältnisse geändert haben. In diesem Falle ist es an der Zeit zu prüfen, was an einst so geliebten Tätigkeit früher interessant und spannend war, welche Aufgaben Ihnen ein positives Gefühl vermittelten und ob hier Anknüpfungspunkte für einen "Neubeginn auf der gleichen Arbeitsstelle“ vorliegen. Nach der Analyse sollten Sie das Gespräch mit Ihren Vorgesetzen suchen und Ihre Ideen und Wünsche für die weitere Zusammenarbeit bzw. einen „Neustart“ vortragen. Mögliche, erfolgversprechende Wege: Jobrotation, Jobenlargement und Jobenrichment.

Wie voll ist Ihr Glas?

Manche Gegebenheiten, die Ihren beruflichen Alltag erschweren, können Sie nicht wirklich beeinflussen. Beispielweise den Standort der Firma, Mitarbeiter und Kollegen, die Büroräume oder die Kundschaft, die Sie bedienen müssen. Was Sie jedoch tun können ist, diese Dinge anders zu bewerten. Von welchem Blickwinkel aus Sie Ihre Situation betrachten, bestimmen alleine Sie. Ist das Glas halb voll, ist noch eine ganze Menge drin. Ist es halb leer, ist die Hälfte schon verloren. Aber es ist immerhin auch noch nicht leer! Alles eine Frage der inneren Einstellung.

Was ist Ihnen an Ihrem Arbeitsplatz wichtig? Richten Sie dabei ruhig den Blick auch auf kleine Nebensächlichkeiten, die mit der Arbeit eigentlich nichts zu tun haben. Zum Beispiel Kaffeetrinken: Ist der frisch gebrühte Kaffee im Büro Ihr unübertroffenes Highlight des Tages? Nur darauf freuen Sie sich noch, wenn Sie die Büroräume betreten? Ist das der Fall, sollten Sie sich dringend mit Ihrem Arbeitsleben auseinandersetzten und die Gründe Ihrer Unzufriedenheit analysieren.

Wer nicht hören will, muss fühlen

Nehmen Sie Ihre negativen Gefühle in Bezug auf Ihre Arbeit unbedingt ernst, denn diese verursachen auf Dauer Stress und könnten Sie auf längere Sicht krank machen. Der Körper sendet bei dauerhaftem Stress typische Warnsignale wie Schlafstörungen, Kopf- und Rückenschmerzen, Übelkeit und Schwindel, um nur einige somatische „Beschwerden“ hier zu benennen. Ein Bankangestellter fühlte sich auf seiner Arbeitsstelle extrem unwohl und war total ausgebrannt. Hinzu und verstärkend kam auch noch eine völlig unbefriedigende Ehe – ohne sich das selber eingestehen zu können. Monatelang musste er sich jeden Vormittag übergeben, bevor er das Haus verließ. Geheilt, und zwar nachhaltig, wurde er nicht etwa durch Psychotherapie oder Magentabletten, sondern durch einen Arbeitsplatzwechsel und eine Scheidung. Sein Problem war, dass er seine berufliche und private Misere nicht wahrnehmen konnte. Es gab ja keinen (offensichtlichen) Streit, weder zu Hause, noch bei der Bank. Aber er war unglücklich und gefangen in seiner misslichen Lage. Sein Körper rebellierte mit Erfolg nach dem Motto: Wer nicht hören will, muss fühlen.

Klar, die wenigsten von uns haben die Möglichkeit, ihren Job einfach aufzugeben und eine Auszeit zu nehmen, um danach neu anzufangen. Aber was hilft dann?

Der Gott des Nichtstuns

Die Gründe einer „inneren Kündigung“ liegen oft weniger bei der Tätigkeit an sich als bei der inneren Einstellung der betroffenen Person und ihren entsprechenden Arbeits- und Lebensstil zu finden. Denken Sie bitte kurz an den Begriff „Workaholic“. Wie klingt das in Ihren Ohren? Positiv besetzt? Nicht gut! Der Mensch ist von Natur aus nicht nur zum Arbeiten geboren und schon gar nicht, um zu leiden. Am besten fährt derjenige, der eine für ihn sinnvolle Aufgabe im Leben hat, sich für seine Leistungen selbst belohnt und einen emotionalen, seelischen und körperlichen Ausgleich zu seinen geistigen oder körperlichen Arbeitsleistungen besitzt. Gelegentlich bedeutet dies einfach nur, eine (längere) Pause zu machen. Ja, manchmal ist ein Luxus, einfach nichts zu tun: Sie sollten es sich aber Wert sein.

Friedrich Schlegel (dt. Kulturphilosoph, 1772-1829) hatte es einst so formuliert: Warum sind denn die Götter Götter, als weil sie mit Bewußtsein und Absicht nichts tun, weil sie das verstehen und Meister darin sind?

Die Götter wissen, was für sie gut ist. Werden auch Sie ein Gott des Nichtstuns, wenn Sie sich müde fühlen, wenn Sie Feierabend haben, in Ihrer Freizeit und während jeder Arbeitspause. Gönnen Sie sich einfach Momente des der Stille, tauchen Sie ab in die Ruhe.

Zuschauer sehen mehr als die Spieler

Auf dem großen Arbeitsfeld sind wir alle zunächst einmal Spieler. Wie wäre es mit einem Perspektivenwechsel? Eine Veränderung des Blickwinkels kann die Wahrnehmung von Dingen bewirken, die wir ansonsten gar nicht sehen. Probieren Sie es aus, werden Sie Beobachter Ihres Arbeitsalltags.

Sechs Vorschläge, die Ihnen bei Ihrem Perspektivwechsel helfen können.

  1. Machen Sie eine Bestandsaufnahme:
    Schauen Sie sich eine typische Arbeitswoche an. Was stört, was stresst Sie? Hinterfragen Sie ihre Gedanken dazu. Treffen diese wirklich zu? Oder übersehen Sie etwas? Schreiben Sie sich bewusst Situationen auf, in denen Ihnen die Arbeit Spaß macht. Woran liegt das? Fragen Sie sich und Menschen, denen Sie vertrauen: Worin bin ich richtig gut? Was sind meine Stärken?

  2. Teamwork:
    Wie läuft es bei Ihnen im Team? Erkennen Sie (potenziellen) Zündstoff, wenn Sie von „außen“ darauf blicken? Ist die allgemeine Motivation in Gefahr, gibt es Miesepeter, breitet sich Unzufriedenheit aus? Schluss damit! Schieben Sie hier den Riegel vor und schlagen Sie ein Treffen vor, wo Sie gemeinsam überlegen, was sie verändern können, damit allen die Arbeit wieder leichter von der Hand geht und Spaß macht.

  3. Suchen Sie das Gespräch:
    Behalten Sie Wünsche und Ideen nicht einfach für sich. Sprechen Sie mit anderen darüber, tauschen Sie sich aus. Stecken Sie gemeinsam Ziele ab und loten Sie Möglichkeiten aus.

  4. Office:
    Wenn der Weg zur Arbeit Sie belastet: Zwar gibt es hierauf keinen gesetzlichen Anspruch, aber fragen Sie Ihren Arbeitgeber ruhig, ob oder welche Aufgaben Sie (evtl. auch tageweise) von zu Hause aus erledigen könnten.

  5. Bildungsurlaub:
    Pro Kalenderjahr stehen Ihnen bis zu 5 Tage Bildungsurlaub zu. Wenn Sie eine Fortbildung besuchen, verlassen Sie aktiv das Tagesgeschäft und können Kenntnisse erwerben, die Ihnen z.B. für eine intern ausgeschriebene Stelle noch fehlen. (Dieser ist in jedem Bundesland anders geregelt. Einen Überblick erhalten Sie hier: bildungsurlaub.de)

  6. Brückenteilzeit:
    Seit dem 01.01.2019 können Sie unter bestimmten Bedingungen mit Ihrem Arbeitgeber eine Brückenteilzeit vereinbaren. Sind Sie älter als 55 Jahre und gehen frühestens in drei Jahren in Rente, lohnt es sich eventuell für Sie mit Ihrem Arbeitgeber darüber zu sprechen. Die neu gewonnen Zeit können Sie sinnvoll nutzen. Beispielweise für ein Fernstudium, eine sonstige Weiterbildung, oder auch - in Absprache mit Ihrem Arbeitgeber - um eine nebenberufliche Selbstständigkeit aufbauen.

  7. Eines steht jedenfalls fest: Das Leben ist zu kurz für den falschen Job. Schauen Sie daher aufrichtig in den Spiegel.

    Wenn Sie noch weitere Unterstützung benötigen, so stehen Ihnen unsere Beraterinnen und Berater gerne zur Verfügung. Weiter Informationen dazu finden SieWeiter Informationen dazu finden Sie hier.

    Hesse/Schrader



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