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Thema: Führung/Führungsstile


10.03.2009

Führung

Kampf der Kulturen

Meinem Chef kann man auch gar nichts recht machen! Er weiß selbst nicht, was er will. Aber im Zweifel bin ich immer Schuld. Es gibt viele Gründe, warum Mitarbeiter von ihren Chefs genervt sind: zu wenig Verständnis, schlechte Kommunikation, mangelnde Fairness oder fehlende Unterstützung. Aber nicht nur Mitarbeiter fühlen sich missverstanden und schlecht behandelt, auch Chefs sind frustriert. Einige klagen: Immer muss ich für Alle und alles Mögliche Verständnis haben, auch für Fehler, schlechte Tage, verpasste Termine oder nicht erledigte Aufgaben - aber wer hat Verständnis für mich? Im Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Chefs scheinen also Konflikte vorprogrammiert.

Dass es sich dabei nicht um bedauerliche Einzelfälle, sondern um ein Massenphänomen handelt, zeigt der Blick in die Presse. Immer wieder ist da von Job-Umfragen und Studien die Rede, die einen Zusammenhang zwischen dem miesen Klima am Arbeitsplatz und dem schlechten Verhältnis zum Chef nahe legen. So ergab eine im Auftrag der "Apotheken Umschau" durchgeführte Umfrage, dass viele Deutsche täglich nur widerwillig zur Arbeit gehen. Bei dieser repräsentativen Umfrage, die Anfang Februar in den Gazetten ihren Niederschlag fand, gab mehr als ein Fünftel der Arbeitnehmer an, dass am Arbeitsplatz eine gedrückte Stimmung herrsche. Ein knappes Drittel meinte, dass sie kein besonderes oder gar ein schlechtes Verhältnis zum Chef hätten.

Das Beratungsunternehmen Gallup führt seit nunmehr acht Jahren einmal jährlich eine Befragung zum Engagement am Arbeitsplatz durch. Nach dem "Gallup Engagement Index 2008" fühlen sich fast 90 Prozent der deutschen Beschäftigten kaum an ihr Unternehmen gebunden. Nur 13 Prozent verspüren ihrem Unternehmen gegenüber eine tiefere Verpflichtung und sind hochengagiert. Die Studie stellt fest: Die emotionale Mitarbeiterbindung hängt vor allem mit der direkten Führungskraft zusammen. Aber nur 19 Prozent der Befragten gaben an, für gute Arbeit Lob und Anerkennung zu erhalten.

So ist es nicht verwunderlich, wenn 49,3 Prozent der Mitarbeiter, die mit starkem Einsatz eine neue Stelle suchen, gleichzeitig mit ihrem Vorgesetzten unzufrieden sind, so die Herbststudie des Instituts für Mittelstandsforschung an der Universität Lüneburg und des Hanseatischen Personalkontors Hapeko. Eine schlechte Stimmung im Berufsalltag und der Wunsch, seinen Job zu wechseln... beide haben demnach häufig ihren Grund in einer schlechten Mitarbeiter-Chef-Beziehung. Aber was ist die Ursache dafür? Jürgen Hesse, geschäftsführender Diplom-Psychologe im Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader und Autor zahlreicher Ratgeber, sieht eine der wesentlichen Wurzeln des Konflikts in der Kindheit: Unsere ersten Chefs waren Mutter und Vater. Sie bestimmten, wann wir ins Bett zu gehen hatten oder welche Fernsehsendung wir sehen durften. Und diese Kindheitserfahrungen prägen uns auch weiterhin. Und so wundert es nicht, dass auch Erzieher, Lehrer, Ausbilder, aber auch Chefs in gewisser Weise als Elternfiguren wahrgenommen werden. Schließlich kann der Chef seine Mitarbeiter fördern, er kann ihre Arbeit loben oder tadeln... er kann sie aber auch vor Anderen blamieren.

Die Ansprüche, die ein Mitarbeiter an seinen Chef hat, gerade weil er eine Vaterfigur verkörpert, sind deshalb sehr hoch... und fast unerreichbar: So wie Kinder von den Eltern maximale Liebe und zugleich Freiheit wünschen, so auch die Mitarbeiter von ihren Chefs, erklärt Hesse. Diese beiden Wünsche schließen sich aber genauso aus wie der Wunsch, im Urlaub das Meer zu genießen und zugleich in die Berge zu fahren. Zudem kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu, der die Beziehung erschwert: Was die Menschen von ihren Eltern nicht bekommen haben, das kann auch der Chef nicht leisten, zumal er eben nicht Vater und Mutter ist, sondern lediglich Vorgesetzter.

Aber der Jobexperte Hesse ist überzeugt: Ein "clash of cultures" zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten ist vermeidbar! Ein wichtiges Handwerkszeug zur Konfliktvermeidung sieht er in der Reflexion eigener Erwartungen und Gefühle. Mitarbeiter können sich fragen, ob ihre Wünsche und Anforderungen den Chef nicht überfordern. Ärgern sie sich über die Übellaunigkeit ihres Vorgesetzten, könnten sie zum Beispiel darüber nachdenken, ob auch sie selbst immer freundlich und gut gelaunt sind. Wenn Ihnen jemand im Straßenverkehr die Vorfahrt nimmt, werden Sie sich auch nicht gefährden und weiterfahren, obwohl Sie eigentlich im Recht sind. Wenn Sie es doch tun und es zum Unfall kommt, trifft Sie eine Mitschuld.

Natürlich gilt dieser Tipp nicht nur für Mitarbeiter, sondern auch die Chefs. Der Vorgesetzte hat die Verantwortung. Er sollte im Reinen mit sich sein. Wenn er zum Beispiel einen strengen Vater hatte und dies nicht reflektiert hat, sind Konflikte häufig vorprogrammiert, weil er mit großer Wahrscheinlichkeit seine Untergebenen entsprechend behandeln wird, berichtet Hesse. Fehler machten beide Lager, die Mitarbeiter genauso wie die Chefs. Allerdings werde von den Vorgesetzten zu Recht verlangt, dass sie weniger Fehler machen - auch im Umgang mit ihren Mitarbeitern.

Insbesondere wer als neue Führungskraft erfolgreich sein will, sollte bereit sein, über sich selbst zu reflektieren und am Führungsstil zu arbeiten. Fortbildungsangebote können ihm dabei helfen.


Sandra Peters



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