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Im vertrauten Umfeld fällt Reden nicht schwer. Das ändert sich jedoch bei den meisten Menschen, sobald sie vor einer Gruppe sprechen, einen Vortrag halten, ein Vorstellungsgespräch oder schwierige Verhandlungen führen müssen.
In diesen außergewöhnlichen Situationen helfen die Techniken der Rhetorik. Mit ihrer Kenntnis und Anwendung kann es gelingen, geeignete Strategien zu entwickeln und damit Unsicherheiten und Sprachlosigkeit zu vermeiden. Durch den aktiven Gebrauch der rhetorischen Regeln können Gedanken klarer transportiert und Ziele verdeutlicht werden. Beste Voraussetzungen also, um jede Gesprächssituationen zu einem bereichernden Austausch werden zu lassen.
Aspekte der Rhetorik fließen in zahlreiche Themen ein, die wir gesondert auf unserer Webseite behandeln: von der Moderation über die Präsentation bis hin zum Mitarbeitergespräch. Deshalb konzentrieren wir uns an dieser Stelle auf die Rhetorik in den Bereichen Frage und Antwort sowie die Kunst des Zuhörens.
Der athenische Redner Demosthenes vervollkommnte seine Stimme, indem er mit Kieselsteinen im Mund gegen die Meeresbrandung anschrie. Auf dem politischen Parkett der griechischen und römischen Antike waren eine voll tönende Stimme und das Beherrschen der freien Rede die Garanten für gesellschaftliches Ansehen.
2300 Jahre nach Demosthenes Stimmübungen entließ der Automobilmagnat Henry Ford II seinen Top-Manager Lee Iacocca – wegen mangelnder rhetorischer Fähigkeiten. Die Geburtsstunde der Rhetorik reicht also bis zu den alten Griechen zurück, wie die viel zitierte Anekdote zeigt. Ihre Bedeutung hält aber unvermindert an. Über die Jahrhunderte hinweg wurden Persönlichkeiten in Politik und Wirtschaft vor allem durch exzellente rhetorische Fähigkeiten zu charismatischen Figuren der Geschichte.
Der Kern der antiken Rhetorik, die Theorie und Praxis von Rede und Gespräch, besitzt bis heute Gültigkeit. Dabei ist es nicht nur wichtig, die eigene Meinung gut zu vertreten, sondern auch Gesprächssituationen zu gestalten, die den Zuhörer fesseln und das Interesse an den eigenen Themen wecken. Der Bereich der Rhetorik umfasst alle Mittel, die wir in unserer Kommunikation einsetzen, um andere Menschen zu erreichen und zu überzeugen – de facto die "menschliche Beredsamkeit".
Die Redefähigkeit wird hierbei als eine Naturanlage des Menschen (natura) verstanden, die erst durch Kunst und Wissen (ars und doctrina) sowie durch Erfahrung und Übung (exercitatio) ihre Wirkungskraft entfaltet.
Im ganzen Leben, aber besonders im Berufsleben hilft Rhetorik im Umgang mit Vorgesetzten, Kunden und Kollegen. Jede Gesprächssituation vom Telefonat über das Vorstellungsgespräch bis hin zu Verhandlungen und Präsentationen profitiert von gekonnter Rhetorik. Grundsätzlich sind rhetorische Fähigkeiten nicht in die Wiege gelegt. Aber ihr Erlernen ist nicht schwer. Denn die Rhetorik unterliegt klaren Regeln, für die passende Instrumente entwickelt wurden: Frage- und Antworttechniken sowie Techniken des Zuhörens. Diese Techniken eignete sich auch der Manager Lee Iacocca nach seiner Entlassung bei Ford an: Er besuchte im Alter von 41 Jahren Rhetorikkurse. In der Folge führte Iacocca den bereits totgesagten Ford-Konkurrenten Chrysler an die Spitze der Automobilindustrie.
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