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Thema: Personalentwicklung


17.02.2010

Krankheit und Arbeit

Ein moralisches Dilemma?

Sie kennen das doch sicherlich auch: Sie stehen am Morgen auf und haben mächtige Kopf- und Halsschmerzen, Sie frieren und fühlen sich völlig schlapp und kraftlos. In einer Stunde müssen Sie aber im Büro sein, ein Meeting mit einem wichtigen Kunden steht an und Ihr Chef wollte sich heute mit Ihnen besprechen. Sie wissen aber, dass Sie eigentlich ins Bett gehören, dass es leichtsinnig wäre, zur Arbeit zu gehen, dass Sie sich über den Tag quälen und kaum die nötige Kraft für Ihre Arbeiten aufbringen werden. Auf der anderen Seite spüren Sie schon das schlechte Gewissen, das an Ihnen nagt, wenn Sie nur darüber nachdenken, sich krank zu melden und Sie gleichermaßen unentspannt zu Hause lässt, angesichts all der Arbeit, die deswegen liegen bleiben muss. Kurz: Sie stecken in einem moralischen Dilemma.

Sie können jedoch nicht beides tun - sich krank melden und arbeiten gehen. Was also tun? Sorgen Sie einerseits dafür, Ihre Gesundheit zu erhalten, um dem Arbeitgeber schnell wieder zur Verfügung stehen zu können und andere Kollegen nicht anzustecken, vernachlässigen Sie andererseits Ihr Pflichtgefühl, den Berg an Arbeit nicht einfach sich selbst zu überlassen, sich motiviert und ehrgeizig zu zeigen und die Kollegen nicht mit zusätzlicher Arbeit zu belasten. Außerdem steht sofort die Angst im Raum, dass der Chef mit einer Kündigung reagiert, wodurch Sie sich wiederum zusätzlich unter Druck gesetzt fühlen. Kollidieren hier unlösbar zwei Stimmen Ihres Gewissens?

Betrachtet man die Zahlen der letzten 40 Jahre, befinden wir uns in einer Phase, in der der Krankenstand der Erwerbstätigen in Deutschland auf ein Rekordtief gesunken ist. Das Bundesministerium für Gesundheit meldet zwar seit 2007 wieder einen leichten Anstieg der arbeitsunfähig gemeldeten Erwerbstätigen, aber insgesamt ist der Krankenstand seit den 1970er Jahren von über 5 % auf ca. 3 % gesunken. Und auch die Gesundheitsberichterstattung des Bundes verkündet alles in allem positive Meldungen. So hat sich die Gesundheit der Deutschen in den letzten Jahren weiterhin verbessert: Höhere Lebenserwartung, leichter Rückgang von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verbesserte Ernährungsgewohnheiten und eine immer bessere Selbsteinschätzung des eigenen Gesundheitszustandes sind nur einige der Faktoren, die darauf verweisen.

Also kein Grund zur Sorge? Leider doch. Erstens: Niedrige Krankenstandszahlen signalisieren nicht automatisch gesündere Arbeitnehmer, denn der Trend geht dahin, dass immer mehr Menschen trotz Erkrankung arbeiten gehen. Experten beschreiben dieses Phänomen als Präsentismus - aus Angst davor, den Job zu verlieren, schleppen sich viele immer häufiger krank zur Arbeit, obwohl sie eigentlich ins Bett gehören. Zweitens: Während körperliche Erkrankungen etwas rückläufig sind, ist der Trend bei psychischen Erkrankungen genau gegenläufig. Nach einem Bericht des Robert-Koch-Instituts sind sie seit 2003 überhaupt der häufigste Grund für eine krankheitsbedingte Frühberentung. Auch die Weltgesundheitsorganisation folgerte in einer weltweiten Studie von 1998: "Waren die drei größten Leiden der Menschheit 1990 noch Lungenentzündung, Durchfallerkrankungen und Kindstod, wird die Reihenfolge in 20 Jahren so lauten: Depression, Angststörungen und Verkehrsunfälle! " Sitzen wir möglicherweise durch zunehmenden Druck am Arbeitsplatz und stetiger Angst vor dem Arbeitsplatzverlust auf einem gesundheitlichen Pulverfass?

Zumindest ist es nicht verwunderlich, wenn sich die Arbeitnehmer in der Klemme sehen, sobald sie sich krank fühlen, angesichts solcher Entwicklungen. Denn diese sind die "Fingerabdrücke" einer komplizierten und anspruchsvollen Arbeitswelt: auf der einen Seite unsichere Arbeitsverhältnisse wie Teilzeit, befristete Stellen, Leih- und Zeitarbeit – auf der anderen Seite zunehmend wachsende und sich wandelnde Leistungsanforderungen. Hinzu kommt die Wirtschaftskrise aus den Jahren 2007 und 2008, die zu einer erheblichen Arbeitsplatzunsicherheit geführt hat, wenn auch die Arbeitslosenquote bedingt durch Sonderurlaub, Kurzarbeit und Abbau von Leiharbeitern seitdem unter 9 % geblieben ist. Doch auch die Arbeitgeber stehen gerade in solchen Zeiten unter Druck: hohe Bilanzverluste müssen irgendwie aufgefangen werden und das ist umso schwieriger, je (gesundheitlich) beeinträchtigter die Beschäftigten sind.

Gesundheit und Arbeit sind zwei Seiten einer Medaille und das eine bedingt das andere. Nur wer gesund ist, kann gute Arbeit leisten und nur wer gute Arbeitsbedingungen hat, bleibt gesund. Doch so eng wie beides miteinander verknüpft ist, so sehr schließt sich beides aus, wenn aus Gesundheit Krankheit wird, insbesondere angesichts unsicherer Arbeitsverhältnisse. Doch sich mit Schnupfen und Husten solange ins Büro zu schleppen, bis daraus eine Lungenentzündung wird, und die Hälfte der anderen Kollegen angesteckt ist, kann nicht die Lösung sein.

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Denken Sie präventiv!

In der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation wird Gesundheit als ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens bezeichnet und nicht nur als das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen. Sorgen Sie also für Ihr Wohlbefinden in dreierlei Hinsicht: körperlich, geistig und sozial! Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Bewegung. Schützen Sie in den Übergangs- und Wintermonaten Ihre Immunabwehr durch ausreichend Mineralstoffe und Vitamine und vermeiden Sie chronischen Stress. Pflegen Sie Ihre Kontakte zu anderen Menschen, nehmen Sie sich Zeit für Freunde und Familie und sichern Sie sich so Hilfe und Unterstützung für Zeiten, in denen Sie es brauchen. Das Gefühl von Vertrauen und Verbundenheit ist entscheidend für Ihr geistiges und soziales Wohlbefinden. Wenn Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz nicht wohl fühlen, überlegen Sie sich, was die Gründe dafür sind, denn Ihre Arbeitsbedingungen können Sie auch zu einem Stück weit beeinflussen. Außerdem verbringen Sie den Großteil Ihrer Wachzeit dort – insofern sollten Sie hier den größten Handlungsbedarf sehen, wenn es um Ihr Wohlbefinden geht. Vielleicht hilft schon ein anderes Zeitmanagement? Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten, wenn Sie Schwierigkeiten sehen oder sich über- oder unterfordert fühlen – auch so können Sie einer Erkrankung vorbeugen.

Und wenn Sie trotzdem krank werden? So wie der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern gegenüber in einer Fürsorgepflicht steht und diese nach Hause schicken muss, wenn er sieht, dass diese krank sind, sind Sie als Arbeitnehmer verpflichtet, sich auszukurieren und Ihre Kollegen nicht durch eine Ansteckung zu gefährden. Gehen Sie zum Arzt, sobald Sie sich unwohl fühlen und halten Sie sich streng an dessen Anweisungen.

Denn: Amerikanische Studien und verschiedene Arbeitsmediziner belegen inzwischen, dass der "Präsentismus", also das Arbeiten gehen trotz Krankheit, weitaus höhere Kosten und Produktivitätsverluste verursacht als krankheitsbedingte Fehlzeiten. Die Mitarbeiter machen mehr Fehler, können sich weniger konzentrieren, verschleppen ihre Krankheiten und stecken die Kollegen an. Geschätzt wird, dass die finanziellen Ausfälle drei- bis siebenmal so groß sind und in die Millionen gehen. Das kann nicht im Interesse Ihres Arbeitgebers sein. Diese Erkenntnis steckt nur leider noch in den Kinderschuhen.


Juliane Hanisch-Berndt



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