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Menschen mit dem Risiko eines Erschöpfungssyndroms, bringen häufig eine Persönlichkeitsstruktur mit, die im Berufsleben im Allgemeinen sehr vorteilhaft ist. Ehrgeiz, Pflichtgefühl und Gewissenhaftigkeit zeichnen viele der Betroffenen aus. Diese positiven Charaktereigenschaften beinhalten auch ein negatives Potenzial, sofern die Gründe aus einer unausgeglichen Persönlichkeit resultieren.
Arbeitsleben, Beziehung, soziales Umfeld und geistige Befriedigung sind gleichwertige Bestandteile eines Gefüges. Defizite auf einem Gebiet können nicht mit dem Erfolg auf einem anderen Gebiet kompensiert werden. Stattdessen kommt es zwangsläufig zu Überforderung. Auch die berechtigte Suche nach Anerkennung kann fatale Formen annehmen, falls hierfür untragbare Belastungen in Kauf genommen werden.
Die Tendenz sich für eine Sache "aufzuopfern" ist gefährlich, da diese innere Einstellung von außen selten in der Form honoriert wird wie erwartet. Enttäuschung und persönliche Verunsicherung sind häufige Konsequenz, ebenso wie bei dem Anspruch auf Unentbehrlichkeit oder einem übersteigerten Pflichtgefühl.
Überschätzt man seine eigene Leistungsfähigkeit, ist man gezwungen eine zwar versprochene aber unrealistische Leistung zu erfüllen. Dies steigert die Angst zu versagen, vor sich selbst und vor anderen. Auch der sinnlose Vergleich mit anderen führt zum Raubbau an körperlichen und seelischen Ressourcen. Unterschätzt man hingegen seine Leistungsfähigkeit, hemmt dies die Motivation und führt zu Resignation und Selbstzweifeln. Einfachste Tätigkeiten sind kaum noch zu bewältigen, auch wenn weit gehende Kompetenzen vorhanden sind.
Viele Menschen machen einzig sich selbst für gelegentliche, situationsbedingte Niederlagen verantwortlich. Als Arbeitnehmer beziehen sie – oft zu Unrecht – Fehlschläge automatisch auf sich persönlich, halten sich für nicht kompetent oder nicht leistungsfähig genug.
Häufig werden durch Unwissen oder falschen Ehrgeiz die Ziele zu hoch gesteckt. Der entstehende Druck führt in eine Spirale der Leistungssteigerung, die im völligen Ausbrennen der Energien mündet. Denn man bezichtigt sich eher mangelnder Leistung, als sein Ziel zu revidieren.
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