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Wer möchte nicht wissen, was sein Kollege, Vorgesetzter, Nachbar verdient? Die wenigsten trauen sich aber danach zu fragen. Warum eigentlich nicht?
In deutschen Büros weiß eigentlich jeder alles über jeden Familiensorgen, Urlaubsziele oder Freizeitaktivitäten. Nur ein Thema steht auch beim Flurfunk immer wieder außen vor - das Gehalt. In anderen Ländern hingegen ist das schon lange kein Tabu mehr. Laut einem Artikel auf Spiegel Online rangiert die Gehaltsfrage beispielweise in Asien in der gleichen Liga wie die Frage nach dem Wetter. Den Grund für die Zurückhaltung der Deutschen sieht der Psychologe Rolf Daufenbach in unserer christlich anerzogenen Maxime, dass vor Gott alle Menschen gleich sind. In hierarchisch geprägten Ländern macht es dagegen keinen Unterschied, ob einer mehr verdient als der andere - dort sind auch viele Religionen nicht nach dem Gleichheitsgedanken aufgebaut. Die Frage nach dem Gehalt dient hier der zusätzlichen Einordnung in die Hierarchie: Ist das Gegenüber besser oder schlechter gestellt als man selbst? Im Übrigen ist es ein Irrglaube vieler Deutscher, dass man mit seinen Kollegen nicht über das Gehalt sprechen darf. Seit letztem Jahr sind diesbezügliche Schweigeklauseln in Arbeitsverträgen nicht mehr wirksam. Denn nur so können Arbeitnehmer erkennen, ob ihr Arbeitgeber gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstößt oder nicht.
Weitere Informationen unter: http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,751330,00.html
Verena Schorcht
030 / 2888 570